Plotterfolien sind nach wie vor ein Kernprodukt im Schilderbau. Welche Trends und Produkte werden im Jahr 2026 eine Rolle spielen?
3M-Stand mit Plotterfolien für die Fahrzeugfolierung auf der FESPA Berlin 2025. Foto: S. Angerer
Was sind Plotterfolien: Eine Definition
Plotterfolien sind selbstklebende Materialien, die mithilfe von Schneideplottern in individuelle Formen und Schriftzüge zugeschnitten werden. Es handelt sich in der Regel um farbige Folien aus PVC oder Polymermischungen.
Plotterfolien zeichnen sich durch hohe Strapazierfähigkeit und Witterungsbeständigkeit aus. Hersteller wie Orafol,3M, Avery Dennison, Hexis und Grafityp prägen den Markt mit einer breiten Palette an Farben, Oberflächen und Klebetechnologien. Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit unbedruckten Plotterfolien.
Plotterfolien werden auch zur Gestaltung von T-Shirts verwendet. Foto: S. Angerer
Plotterfolien für die Textilveredelung
Neben den traditionellen Anwendungen auf Glas, Metall oder Kunststoff haben sich Plotterfolien auch für die Textilveredelung etabliert, da Flex-, Effekt- und Flockfolien mit wärmeaktivierbaren Klebstoffen für Beschriftungen auf T-Shirts und anderen Kleidungsstücken verwendet werden. Jedes Jahr bringen Unternehmen wie Stahls Europe neue Materialien auf den Markt. Diese erfreuen sich nicht nur bei Fachleuten aus der Druck- und Werbebranche, sondern auch bei einer wachsenden Gemeinschaft von Hobbyanwendern und Kleinunternehmen zunehmender Beliebtheit.
Die Nachfrage nach personalisierten Textilien nimmt weiter zu, insbesondere bei Fanartikeln und Sportbekleidung, was diese Märkte für Schilderhersteller besonders attraktiv macht.
In den letzten Jahren sind Plotterfolien für textile Anwendungen durch verschiedene „No-Cut“-Folien, beispielsweise von der Forever GmbH, unter Druck geraten . Das Motiv wird einfarbig mit einem Toner-Drucker (z. B. von Oki) gedruckt und anschließend in einer Heißpresse mit einer Farb- und Effektschicht sowie einem wärmeaktivierbaren Klebstoff beschichtet. Es werden nur die bedruckten Bereiche übertragen, wodurch die bei herkömmlichen Plotterfolien oft zeitaufwändigen Schritte des Schneidens und Entgittersens entfallen.
Seit kurzem ist auch „No-Cut“-Folie für DTF-Drucke erhältlich, die der herkömmlichen Plotterfolie weitere Konkurrenz macht. Foto: S. Angerer
Technologische Lösungen und Innovationen bei Plotterfolien
Die Klebetechnik hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Moderne Plotterfolien verfügen über Luftkanalstrukturen, die ein blasenfreies Anbringen ermöglichen.
Die Folien lassen sich zudem leichter neu positionieren. Die volle Klebekraft entfaltet sich erst nach einigen Stunden oder bei einer bestimmten Temperatur, sodass sich eventuelle Fehler leicht korrigieren lassen.
Die Fortschritte bei der Grafiksoftware in den letzten Jahren haben auch die Bearbeitung von Plotterfolien erheblich vereinfacht. Schneideplotter benötigen Vektordaten, die viele Jahre lang manuell erstellt oder sorgfältig bearbeitet werden mussten. Heutzutage sind die Vektorisierungsergebnisse oft so gut, dass automatisierte Schnittpfade ohne manuelle Anpassungen verwendet werden können.
Adobe Illustrator bietet in seiner neuesten Version sogar die Möglichkeit, bearbeitbare Vektorgrafiken allein anhand von Eingabeaufforderungen zu erstellen.
Eine Heißpresse ist für die Gestaltung von T-Shirts mit Plotterfolie unverzichtbar. Foto: S. Angerer
Plotter-Filme: Ein Ausblick
Plotterfolien sind aufgrund ihrer Robustheit, Vielseitigkeit und der großen Auswahl an Farben und Effekten nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil der Schilderherstellung.
Druckauftraggeber zeigen sich zunehmend gleichgültig gegenüber den genauen Technologien, die für ihre Anwendung zum Einsatz kommen. Infolgedessen werden Hybridprojekte, bei denen Digitaldruck, Plotterfolien und sogar Siebdruck kombiniert werden, immer häufiger.
Der Einsatz von Plotterfolien auf Textilien hat sich mit dem Aufkommen der DTF-Technologie erneut gewandelt, da nun Folien für die DTF-Technologie erhältlich sind, die kein Entgittern mehr erfordern, und davon ausgegangen wird, dass diese in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden.
PSPs und Schilderhersteller sollten daher Trends wie nachhaltige Materialien, innovative Klebetechnologien und Hybridanwendungen besonders aufmerksam verfolgen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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