GrowInk ist eine revolutionäre biologische Innovation, die giftige, dauerhafte synthetische Farbstoffe durch „lebende“ Tinte aus Pilzen und Bakterien ersetzt. Indem sie die Lebensdauer der Tinte auf Einwegprodukte wie Verpackungen abstimmt, fördert sie aktiv den biologischen Abbau. Dieser Wechsel von chemischer Dauerhaftigkeit zu natürlicher Vergänglichkeit schafft eine wirklich zirkuläre, regenerative Drucklieferkette.

Wir beurteilen die Qualität eines Druckerzeugnisses oft nach seiner Langlebigkeit. Verblasst die Farbe? Wird es dem Regen standhalten? Jahrzehntelang hat die Druckindustrie nach Beständigkeit gestrebt und chemische Formulierungen entwickelt, die ewig halten sollen. Dieses Streben nach Beständigkeit hat jedoch zu einem gewaltigen Umweltparadoxon geführt: Wir drucken permanente Tinte auf Wegwerfprodukte.

Wenn ein Einweg-Kaffeebecher oder ein Fast-Fashion-Kleidungsstück weggeworfen wird, baut sich das Material vielleicht irgendwann ab, aber die synthetischen Farbstoffe und das Mikroplastik in der Tinte bleiben oft zurück und versickern in unseren Böden und Gewässern. Diese Diskrepanz zwischen dem Lebenszyklus des Produkts und dem Lebenszyklus der Tinte ist ein entscheidender Konstruktionsfehler in der Lieferkette der Hersteller.

Aber was wäre, wenn Tinte mehr als nur Farbe liefern könnte? Was wäre, wenn sie aktiv dazu beitragen könnte, dass das Material unter ihr in die Erde zurückkehrt?

Das ist die Frage, die GrowInk antreibt, eine bahnbrechende Innovation, die von „Punch“ Perrasin, einem Absolventen des Central Saint Martins, gegründet wurde. Durch die Erforschung eines alternativen Lebenszyklus für Tinte, der sowohl die Anwendung als auch den Abbau umfasst, stellt GrowInk unsere Wertvorstellungen in Frage und schreibt die Regeln der Kreislaufwirtschaft in der Druckindustrie neu.

Das Problem mit der Permanenz

Der derzeitige Standard für industrielle Druckfarben stützt sich stark auf Petrochemikalien. Vom digitalen Textildruck bis zum Verpackungsdruck ist der Prozess extraktiv und verbrauchend. Wir gewinnen Ressourcen, verarbeiten sie mit aggressiven Chemikalien, um ihre Stabilität zu gewährleisten, tragen sie auf Materialien auf und entsorgen sie schließlich.

Die Natur funktioniert jedoch anders. In der natürlichen Welt gibt es keinen Abfall, sondern nur Rohstoffe für den nächsten Zyklus. Ein abgefallenes Blatt liefert Nährstoffe für den Boden. Dieses Konzept der Symbiose fehlt im modernen Druck weitgehend.

Wie in einem kürzlich erschienenen Fespa-Podcast erörtert, hat die Branche mit erheblichen Umweltproblemen zu kämpfen. Die schiere Menge an synthetischen Farbstoffen, die in unser Ökosystem gelangt, trägt zur Umweltverschmutzung bei und behindert die biologische Abbaubarkeit von ansonsten kompostierbaren Materialien. Um die Kreislaufwirtschaft wirklich in die Wertschöpfung zu integrieren

Kette können wir uns nicht nur auf das Substrat (das Papier oder den Stoff) konzentrieren, sondern müssen uns auch mit der darauf befindlichen Chemie befassen.

Geben Sie GrowInk ein: Wo Biologie auf Design trifft

GrowInk stellt einen radikalen Wechsel von der chemischen Technik zum biologischen Design dar. Das Konzept entstand aus einer einfachen Beobachtung des Mülls in London, insbesondere der Hartnäckigkeit des Mülls. Perrasin suchte nach einer Lösung, bei der die Tinte selbst Plastik und andere Materialien abbauen kann.

Die Innovation liegt in seinen Inhaltsstoffen. Anstelle von synthetischen Polymeren verwendet GrowInk natürliche Pigmente, die aus:

– Blumen und Pilze: Für leuchtende Rottöne, Blautöne und Gelbtöne.

– Holzkohle und natürliche Quellen: Für tiefe Schwärze.

Der wahre Durchbruch ist jedoch nicht nur die Quelle der Farbe, sondern die Einbeziehung spezieller Bakterien. GrowInk ist ein lebendes Material. Die bakterielle Komponente in der Formulierung bleibt im trockenen Zustand inaktiv, wird aber unter bestimmten Umweltbedingungen aktiv und beschleunigt den Abbauprozess der Tinte und möglicherweise auch des Materials, auf das sie gedruckt wird.

Das Farbspektrum der Natur

Eine der historischen Herausforderungen bei natürlichen Farbstoffen ist das Erreichen eines vollen Farbspektrums, das es mit synthetischen Optionen aufnehmen kann. GrowInk hat erfolgreich eine primäre Farbpalette entwickelt: Rot, Blau, Gelb und Schwarz. Dies entspricht dem CMYK-Standard, der im traditionellen Druck verwendet wird, und deutet darauf hin, dass biobasierte Alternativen schließlich skaliert werden können, um den industriellen Bedarf zu decken, ohne die ästhetische Vielfalt zu beeinträchtigen.

Ein neuer Lebenszyklus: Anwendung und Abbau

Um das Potenzial von GrowInk zu verstehen, müssen wir uns den Lebenszyklus der Tinte ansehen. Herkömmliche Tinte hat eine lineare Lebensdauer: Sie wird aufgetragen und bleibt. GrowInk führt einen zirkulären Lebenszyklus ein.

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